»Geschichtliche Daten«




560 - 570

Entdeckung Islands durch irische Mönche

ca. 860

Die ersten Wikinger (Naddothur und Garthar Svavarsson) betreten Island

865

Erster Siedlungsversuch durch Flóki Vilgertharson, von ihm stammt auch der Name »Eisland«.

874 - 930

Island wird von Norwegischen Siedlern besiedelt. Der erste ständige Siedler, Ingólfur Arnason, gründet Reykjavik. In anderen Quellen wird Náttfari als erster Siedler genannt, dem jedoch aufgrund seiner unbedeutenden Herkunft die Nennung als erster Siedler verweht wird.

877

Ingólfur Arnason läßt sich endgültig an einem Ort mit vielen heißen Quellen nieder den er »Rauchbucht« (Reykjavik) nennt.

930

Ende der ersten großen Besiedlung. Die Isländer gründen den Althing in Thingvellir, die gesetzgebende (und richterliche) Versammlung. Daher wird Island auch der älteste demokratische Staat genannt, wobei es sich eigentlich um eine Oligarchie der 13 Häuptling und Tempelbesitzer handelt. Jedes Jahr im Juni wurden innerhalb von zwei Wochen Gesetze erlassen, Urteile gesprochen, Streitigkeiten geschlichtet, usw.. Am Althing nahmen erst 36, später 39 Stammesführer Teil, es war aber auch jedem freien Mann gestattet teilzunehmen. Der Althing wurde von einem gewählten Sprecher geleitet. Dieser verkündete auch die Gesetze vom »Lögberg« (Berg des Gesetzes).

935

Erik der Rote entdeckt nach seiner Verbannung aus Island » Grünland« (Grönland). Diesen Namen wählte er um damit weitere Siedler anzulocken.

1000

Leif Eriksson, der Sohn von Erik der Rote, entdeckt »Weinland« (Nord-Amerika, Labrador und Neufundland).
Der Althing beschließt das Christentum als »Staatsreligion« anzunehmen.

930 - 1230

Blütezeit des Isländischen Staates: die Bischofssitze Hólar und Skáholt gründen Schulen, die Sagas werden geschrieben.

1230 - 1262

Aufgrund von Machtkämpfen einflußreicher Isländischer Familien erfolgt der Niedergang Islands. Um die Streitigkeiten beizulegen wird der norwegische König gebeten zu vermitteln.

1250

Nach Schätzungen hat Island ca. 80.000 Einwohner

1262

Der Republik Island schließt sich dem Königreich Norwegen an.

1380

Norwegen und somit auch Island geraten unter Dänische Hoheit.

1602

Die Dänische Krone führt das Handelsmonopol mit Island ein. Das ohnehin schon arme Island wird damit noch ärmer. Für die nächsten 12 Jahre dürfen nur die Städte Kopenhagen, Malmö und Helsingör mit Island Handeln.

1614

Das Handelsmonopol wir von der dänischen Krone erneuert, von nun an dürfen ausdrücklich nur dänische Güter gehandelt werden und dänische Schiffe benutzt werden.

1618, 1619, 1625, 1636, 1660, 1693, 1727, 1737 und 1755

Verheerende Erdbeben und Vukanausbrüche suchen das Land heim.

1619

Aufgrund einer neuen königlichen Verordnung darf der Handel mit Island nur noch von Kopenhagen aus erfolgen.

1620

Reiche dänische Kaufleute Gründen eine Gesellschaft welche das alleinige Handelsrecht erhält.

1662

Auflösung der 1620 gegründeten Handelsgesellschaft. An Ihre Stelle Tritt eine neue Handelsgesellschaft, welche aus nur vier Hauptanteilshabern besteht.

1684

Von nun an vergibt die dänische Krone die Handelsrechte für jeden Hafen einzeln an jeweils einen Kaufmann. Um Jede Konkurrenz zu unterbinden war es den Isländern nicht erlaubt in einem benachbarten Hafen einzukaufen.

1695

In diesem Winter ist Island vom Treibeis komplett eingeschlossen.

1707 - 1709

Die schwarze Pest wütet in Island, ca. ein drittel (18.000) der Bevölkerung stirbt.

1733 - 1743

Das nach Häfen getrennte Handelsrecht wird wieder aufgehoben. Für die nächsten zehn Jahre hat »det Islandsk-Finnmarkske Kompagni« (die Handelskompanie für Island und Finnmaken) das Recht am Island Handel.

1743 - 1759

Nun hat die »Hørkræmmerlaget« Gesellschaft (Hörkræmmern) das Handelsrecht. Die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln wird so schlecht das 1755/1756 über 1.000 Menschen an Hunger sterben.

1759 - 1763

Der Handel mit Island wird nun vom König »persönlich« betrieben. Die Verhältnisse auf Island bessern sich. Aufgrund von Verlusten in diesem Geschäft zieht sich der König aus dem Handel zurück.

1763 - 1774

Erneut übernimmt eine Handelsgesellschaft den Handel mit Island, und die Zustände werden wieder schlechter.

1774

Der dänische König übernimmt das Handelsmonopol erneut.

1783

Ausbruch der Laki-Spalte. Hierbei werden geschätzte 12,5 Kubikkilometer Lava, 0,85 Kubikkilometer Lockermassen (Asche) und 10.000.000 Tonnen Gase zu Tage gefördert. Es sterben unmittelbar oder in den folgenden Jahren an den Folgen des Ausbruchs ca. 10.500 Menschen, 27.500 Pferde (75% des Gesamtbestandes), 11.000 Rinder (50% des Gesamtbestandes) und 189.500 Schafe (80% des Gesamtbestandes).

1785

Die Bevölkerung ist auf ca. 35.000 gesunken. Der dänische König wollte die Bevölkerung (wenigstens einen Teil davon) von Island nach Jütland aussiedeln.

1786

Allen Untertanen des dänischen Königs ist es nun gestattet Handel mit Island zu treiben.

1788

Aufgrund der gelockerten Handelsvorschriften beginnt ein Aufschwung der Wirtschaft.

1800

Der schon lange machtlose Althing wird abgeschafft.

1807

Die Engländer überfallen Kopenhagen und erobern den größten Teil der dänischen Handels- und Kriegsflotte, um diese nicht in die Hände Napoleons des I. Fallen zu lassen. Der dänisch-isländische Handel erleidet erneut schwere Rückschläge.

1809

Der mit einem englischen Handelsschiff angekommenen Däne Jörgen Jörgensen setzt den Vertreter der dänischen Krone, Frederik Trampe, gefangen, beschlagnahmte alle königlichen Güter deren er habhaft werden konnte und erklärte sich selber zum König von Island. Nach Zwei Monaten wird er von der Besatzung eines englischen Kriegsschiffes Gefangengenommen.

1811

Der spätere Nationalheld Jón Siegurdsson wird auf dem Pfarrhof Hrafnseyri geboren.

1831

Aufgrund des verlorenen Krieges und des allgemeinen Freiheitsbestrebens, ausgehend von der französischen Juli-Revolution 1830 wurde die Macht des dänischen Königs gemindert, da ihm von nun an zwei beratende Stände zur Seite standen. Die Isländer können zwei Abgeordnete in den dänischen Landtag senden. Dies war der Grundstein für die Wende zum besseren.

1843

Jón Siegurdsson erreicht die Neueinsetzung des Althing, vorerst jedoch nur beratend.

1845

Erste Tagung des neuen Althing in Reykjavik. Das Althing wird der dänischen Ständeversammlung gleichgestellt.

1848

Der dänische König Frederik VII verkündet die Schaffung einer konstitutionellen Regierung.

1849

Das neue dänische Grundgesetz tritt in Kraft, der dänische Absolutismus hat ein Ende, nicht aber auf Island.

1851

Die dänische Verfassung ist nun auch auf Island gültig. Die Isländer lehnen dies aber auf einer Versammlung ab, und fordern eine eigene Isländische Verfassung. Diese Versammlung wird von dem Vertreter der dänischen Krone abgebrochen. Die nächsten zwei Jahrzehnte sind von Debatten mit Dänemark über die Verfassung gekennzeichnet.

1854

Das Gesetz über »Seefahrt und Handel auf Island« bringt die vollständige Aufhebung aller Einschränkungen des Handels.

1870 - 1914

Insgesamt ca 12.000 Isländer suchen Ihr Glück in Amerika (hauptsächlich North Dakota und Kanada).

1874

Die neue Dänische Verfassung, welche auf einem Reichstagsbeschluß von 1871 basiert, tritt in Kraft. Der dänische König Christian IX bringt die Urkunde persönlich nach Island. Dies war der erste Besuch eines regierenden Monarchen auf Island. Das Althing erhält gemeinsam mit dem König die Gesetzgebende Vollmacht.

1879

Jón Siegurdsson stirbt.

1903

Island erhält seinen eigenen Minister ( mit Wohnsitz in Reykjavik).

1909

Der Althing lehnt einen dänischen Vorschlag ab, wonach Island ein freies, selbstständiges Land sein solle, anderseits jedoch mit Dänemark das dänische Gesamtreich bilden sollte.

1913

Island erhält das Recht eine eigene Flagge haben zu dürfen, 1915 ist fällt der Beschluß zugunsten der Heutigen Flagge aus.

1918

Durch das neue Unionsgesetz ist Island nur noch durch die Person des Königs mit Dänemark verbunden. Dieses Gesetz gilt für 25 Jahre.

1940

Englische Streitkräfte besetzen Island, nachdem Hitler Dänemark und Norwegen an sich gerissen hat.

1941

Die Engländer übergeben den Schutz der Insel an die USA.

1941

In Kanada leben ca. 21.000 Menschen isländischer Abstammung.

1944

Dem Althing liegt ein Antrag zur Auflösung der Union mit Dänemark vor.

17.06.1944

Nach einer Volksabstimmung bei der über 97% der Wähler für eine Trennung von Dänemark votierten, wird in Thingvellir die Republik Island (am 133.-ten Geburtstag von Jón Siegurdsson) ausgerufen.

1958

Erweiterung der Fischereigrenze auf 12 Seemeilen. Erster Kabeljaukrieg mit Großbritannien, er wird zweieinhalb Jahre später mit einem Abkommen beigelegt.

1972

Erweiterung der Fischereigrenze auf 50 Seemeilen. Britische Fischer fischten unter dem Schutz ihrer Kriegsflotte weiter in Isländischem Hoheitsgewässer (zweiter Kabeljaukrieg). 1973 wird zwischen den Regierungen ein auf zwei Jahre beschränktes Abkommen getroffen.

1975

Erweiterung der Fischereigrenze auf 200 Seemeilen. Unter Druck den Island auf die NATO ausübte wurde der dritte Kabeljaukrieg mit Großbritannien beigelegt,

1986

Gipfeltreffen in Reykjavik zwischen Ronald Reagan und Michael Gorbatschow.